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Die Botschaft des Kreuzes

Publiziert von Jesusruf
Autor: Wolfgang Wegert

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Publizierung: 22.12.08
Letzte Revision: 22.12.08

Das Kreuz spielt nicht nur bei der Bekehrung oder wenn wir hier und da einmal tief gefallen sein sollten, eine Rolle, sondern es will täglich unser Leben bestimmen. Christen, die nicht ihre tägliche Bedürftigkeit der Sündenvergebung spüren, werden sehr schnell selbstgerecht. Sie vergessen das Kreuz. Und genau deshalb müssen wir uns das Evangelium immer wieder in Erinnerung rufen und durch die Gnade Gottes einen Lebensstil der Buße einüben.


Zum Abschlussgottesdienst unserer diesjährigen Bibelstudienkonferenz versammelten sich nahezu 800 Besucher in unserer neuen ARCHE-Halle. Die meisten Teilnehmer kamen natürlich aus Deutschland, aber auch Pastoren und leitende Mitarbeiter aus der Ukraine, Russland, der Schweiz und Großbritannien waren gekommen. In sechs verschiedenen Seminaren und auch in drei besonderen Abendveranstaltungen wurde das wichtige Konferenzthema besprochen, nämlich: "Das Evangelium im Herzen der Gemeinde."

"Ich dachte, dass ich das Evangelium schon längst verstanden hätte, aber heute weiß ich, dass ich es jeden Tag neu lernen darf!" Das bekannte mir ein Pastor aus der Ukraine. Wie er waren wir alle davon fasziniert, wie die Botschaft des Kreuzes konkret in unser tägliches Leben hinwirken und alle Bereiche unseres Daseins durchdringen will. Denn das Kreuz spielt nicht nur bei der Bekehrung oder wenn wir hier und da einmal tief gefallen sein sollten, eine Rolle, sondern es will täglich unser Leben bestimmen. Denn wenn uns das Evangelium in Fleisch und Blut übergeht, dass wir nämlich auch als Christen täglich versagen und immer wieder das Blut Christi brauchen, dann wird das zur Gestaltungskraft unserer Beziehungen. Wir begegnen uns zum Beispiel in der Ehe mit wesentlich mehr Selbsterkenntnis und Demut. Das Gleiche gilt für unser Verhältnis zu unseren Kindern und zu allen unseren Nächsten. Wir treffen uns mit ihnen unter dem Kreuz. Dort dürfen wir uns ehrlich unserer Sünde schämen, uns aber auch an der Gerechtigkeit freuen, die uns Jesus auf Golgatha erworben hat.

Christen, die nicht ihre tägliche Bedürftigkeit der Sündenvergebung spüren, werden sehr schnell selbstgerecht. Sie vergessen das Kreuz. Und genau deshalb müssen wir uns das Evangelium immer wieder in Erinnerung rufen und durch die Gnade Gottes einen Lebensstil der Buße einüben. Aber nicht nur, damit wir unsere Sündhaftigkeit nicht vergessen, sondern damit wir auch nicht vergessen, dass wir in demselben Kreuz genauso unsere Rechtfertigung finden. Obwohl Paulus zu seinem Leidwesen immer wie der den "elenden Menschen" in sich entdecken musste, hielt ihn das dennoch nicht in chronischen Schuldgefühlen. Sondern gerade wegen seiner Sünde und Unwürdigkeit blickte er auf Jesus und sah in dem Gekreuzigten seinen erlösenden Trost und seine Gerechtigkeit.

Und so lernten wir während der Bibelkonferenz, dass die totale Herrschaft der Sünde absolut gebrochen ist, dass wir uns aber dennoch täglich auf viel fältige Weise verfehlen. Dass soll uns aber nicht kaputt und seelisch krank machen. Sondern unser tägliches Versagen soll die Ursache dafür sein, dass wir uns des Kreuzes Christi rühmen und uns unaufhörlich unseres Heils erfreuen. Die Trauer über unsere anhaltenden Versäumnisse und Verschuldungen darf zugleich unsere überfließende Freude und Glückseligkeit sein. Und durch dieses tägliche Leben unter dem Kreuz Christi entfaltet sich unser geistliches Wachstum, die Umgestaltung in das Bild Christi hinein. Und genau darum nennt Paulus das Evangelium auch die Kraft Gottes, die uns rettet und verändert.

Nachdem wir diese Botschaft in all ihren Facetten gehört hatten, war es der sehnlichste Wunsch aller Teilnehmer, dieses herrliche Evangelium als „Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit“ wirklich im Herzen zu haben und es in allen Bereichen unseres Lebens in die Tat umzusetzen. Das schenke uns der Herr in Seiner Gnade.

Wolfgang Wegert

 

Quelle: Taube Heft 4, S. 10, November 2008 (Zeitschrift der Arche Gemeinde und Missionswerk, Hamburg)

Scan, OCR, Layout: K. Ted Reischle

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